„Die Wand und ich wir sind gut drauf, denn gleich wird´s wieder wacklig…“

OH, WIEDER UM GEFALLEN

Balance Übungen wie der Tänzer, der gebundene Halbmond oder der Baum sind für mich kleine Herausforderungen, bei denen ich starr einen Punkt auf dem Boden fixiere, mein Mula Bandha (meinen Beckenboden) und Uddiyana-Bandha (meine Bauchmuskeln) aktiviere und hoffe, nicht aus der Asana zu fallen. Falls doch, habe ich die Wand neben mir, an der ich mich wenigstens mit dem kleinen Finger „festhalten“ kann. Die Wand gibt mir die Sicherheit, die mir eine Asana auf einem Bein nimmt. Die Wand ist also mein „Partner in Crime“.

WARUM FÄLLT ES MIR SO SCHWER?

Schon als Kind und Jugendlicher hatte ich Probleme mit dem Gleichgewicht und fiel auch mal gerne um, obwohl ich auf zwei Beinen stand. Ob es damit in Zusammenhang steht, dass ich als Kleinkind extrem „lauffaul“ war, sei mal so dahingestellt. Vielleicht liegt es auch an meiner Körpergröße, bei 176 cm ist der Boden einfach sehr weit entfernt…

Trotzdem oder grade deswegen habe ich es geliebt, mich zu bewegen. Vor allem zu tanzen fand ich super, da ich meine Probleme mit der Balance sehr gut als gewollte Tanzeinlage auf dem Boden tarnen konnte. Aus diesem Grund hatte ich schnell den Ruf tollpatschig oder ungeschickt zu sein, weil ich einfach das Gleichgewicht nie halten konnte. Viele Menschen konnten meine Probleme mit der Balance einfach nicht nachvollziehen und reagierten verärgert.

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Erst jetzt verstehe ich, dass mein äußeres Gleichgewicht viel mit meiner inneren Balance zu tun hat. Umso mehr ich innerlich im Ungleichgewicht bin, umso weniger kann ich mich auf meinen zwei Beinen aufrecht halten. Ich konnte früher einfach den Boden unter meinen Füßen nicht spüren, weil er mir durch verschiedene schlimme Ereignisse weggezogen wurde. Wie hätte ich also ein gesundes Gleichgewicht haben können, wenn ich in mir selbst verunsichert war?

„Die Ruhe ist die natürliche Stimmung eines wohlgeregelten, mit sich einigen Herzens“ – Wilhelm von Humboldt

Meine schlechte Balance war auch einer der Gründe, warum ich Yoga am Anfang nicht sonderlich mochte. Es forderte mich heraus, es war so verflixt schwierig: Asanas die andere mit Leichtigkeit meisterten, erforderten von mir enorme Anstrengung. Aber ich lernte mein Gleichgewicht zu finden – innerlich und äußerlich. Das ist eine der größten „Erfolge“ auf meinem Yoga Weg. Nicht mehr bei jeder kleinen Unebenheit auf dem Boden das Gleichgewicht zu verlieren. Meine Balance trotz äußeren oder inneren Stürmen zu halten – Bodenhaftung zu haben.

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Die Balance in der Krähe

NIEMALS AUFGEBEN

Eine neue Herausforderung für das neue Jahr ist es meine Hände als neue Tragefläche zu nutzen und auf ihnen meine Balance zu halten. Dank Yoga weiß ich, dass alles möglich ist und das will ich jeden mitgeben, der wie ich Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hat. Ich habe es geschafft, dann schaffst Du das auch.

It´s all about Balance

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